Forex Glossar

Pip

Ein Pip beschreibt die Preisänderung eines Währungspaares an der vierten Nachkommastelle,  wenn dieses nur eine Stelle vor dem Komma hat. Ein Pip entspricht in der Regel also einer Kursveränderung von 0,0001. Mittlerweile werden Devisen meist sogar mit fünf Nachkommastellen geführt, diese kleinsten Änderungen werden dann als Punkte bezeichnet. Da der Wechselkurs des japanischen Yen mit dem US-Dollar drei Stellen vor dem Komma hat, entspricht hier ein Pip einer Änderung von 0,01.

 

Lot

Gehandelt wird beim Forex Handel immer mit speziellen Kontrakten. Diese werden als Lot bezeichnet. Ein Standard-Lot sind 100.000 Einheiten der Basiswährung. Ein Mini-Lot (0,1 Lot) entspricht 10.000 Einheiten. Die kleinste handelbare Größe ist 0,01 Lot und wird als Mikro-Lot bezeichnet.

1 Lot EUR/USD Long bedeutet also man kauft 100.000 Einheiten Euro. Bei einem Wechselkurs von 1,1024 verkauft man dabei gleichzeitig 110.240 Einheiten Dollar. Ändert sich der Preis um 10 Pips zu seinen Gunsten auf 1,1034, erzielt die Euro-Position aus US-Dollar-Sicht einen Gewinn von 100 Dollar. Andersherum würde es bedeuten, dass wenn man 1 Lot EUR/USD Short geht, man 100.000 Einheiten Euro verkaufen würde und auf einen steigenden USD setzt.

 

Spread

Der Spread ist die Differenz zwischen An – und Verkaufspreis und kann als Gebühr angesehen werden die der Broker erhebt. Um möglichst niedrige Spreads zu bekommen, bieten viele Broker Konten mit einer festen Kommission an. Dafür bekommt man im Schnitt Spreads von nur wenigen Punkten, wohingegen Konten ohne Kommission meist einen Spread von ein bis zwei Pip’s bei den Majors haben. Es gilt: Je höher der Spread, umso mehr muss ein Kurs in die gewünschte Richtung laufen, bevor er in die Gewinnzone kommt.

 

Hebel

Der Forex Handel erfolgt in der Regel mit Hebel (engl. Leverage) und somit mit zusätzlichem Kapital, das der Broker bereitstellt. Dies ist ein klassisches Kennzeichen des Forex-Handels, da man deutlich weniger Einstiegskapital benötigt als zum Beispiel beim Handel mit Aktien.

 

Margin

Die Margin kann man als Sicherheit ansehen, die ein Broker verlangt, wenn man eine Position mit einem Hebel eingeht. Wie hoch die Margin sein muss um eine Position einzugehen, hängt direkt von dem Hebel und der Lot-Größe ab.

Handelt man also Beispielsweise EUR/USD mit einem Hebel von 1:100 in einer Lot-Größe von 0,1 Lot, also 10.000€, beträgt die Sicherheit die der Broker verlangt 100€.

 

Margin Call und Stop Out

Anlehnend an das vorherige Beispiel, hat man 100 Euro Kapital eingesetzt und handelt damit 10.000 Euro einer EUR/USD-Position, kommt es nun darauf an, dass man noch weiteres Kapital zur Verfügung hat um ungünstige Kursentwicklungen abzufangen. Angenommen es sind noch weitere 100 Euro verfügbar und diese Position entwickelt sich jetzt nur um 50 Pips zu Ungunsten des Traders, sind nur noch 50 Euro am Konto frei verfügbar. Um zu verhindern, dass das Konto ins Minus rutscht, werden nun beim Broker Mechanismen in Gang gesetzt. Es erfolgt eine Warnung, der sogenannte Margin Call, die Position entweder zu schließen oder neues Kapital einzuzahlen. Reagiert man darauf nicht oder entwickelt sich die Position zu schnell ungünstig weiter, greift ab einem bestimmten Niveau freien verfügbaren Kapitals der Stop Out. Dabei schließt der Broker automatisch Positionen die sich im Verlust befinden, beginnend mit der größten Verlustposition.

 

Rollover Swap

Eine Swap- oder auch Rollover-Gebühr wird immer dann fällig, wenn eine Position über Nacht offen gehalten wird. Im Devisenhandel bezeichnet der Swap die Zinsratendifferenz zwischen den beiden Währungen eines Währungspaares mit dem gehandelt wird. Der Swap berechnet sich abhängig davon, ob es sich um eine Long- oder eine Short-Position handelt. Je nach Währungspaar verbucht der Trader hier einen Zinsverlust oder auch Gewinn. Ein Gewinn kommt immer dann zustande, wenn der Trader bei einem Forex Swap eine Währung verkauft und gleichzeitig, im Tausch, die Währung eines anderen Landes einkauft, dessen Zinsen höher sind als in dem Land, dessen Währung verkauft wurde.

 

Slippage

Slippage bedeutet die Ausführung einer Order zu einem anderen Preis als erwartet. Da Preisveränderungen in schnelllebigen Märkten wie dem Börsenhandel oder dem Handel von Währungen sehr kurzfristig auftreten, ist Slippage kein außergewöhnliches Phänomen. Besonders groß ist das Risiko für Slippage bei zurückgehender Marktliquidität. Das lässt sich besonders im direkten zeitlichen Umfeld wichtiger Wirtschaftsdaten beobachten. Ein weiterer Grund für Slippage kann das Eingreifen des Brokers zu seinen Gunsten sein, indem er, zwecks Gewinnmaximierung, Kundenorders durch Slippage zu ungünstigeren Kursen ausführt. Prinzipiell kann Slippage Tradern aber auch zugutekommen. Das ist etwa der Fall, wenn eine einfache Market-Order zu einem besseren als dem angezeigten Preis ausgeführt wird. In der Regel wird man als Trader aber negative Slippage beobachten können, allerdings sollte sich der negative Effekt in Grenzen halten, zumal ein Handel gänzlich ohne Slippage, bei gleichzeitigem direktem Marktzugang, aus technischer Sicht nicht möglich ist.

 

Stop-Level

Der Stop-Level beschreibt die Distanz in Pip‘s in welcher, bezogen auf den Einstiegskurs, ein Stop-Loss frühestens gesetzt werden kann. In der Regel hängt es vom Broker Model ab ob es einen Stop-Level gibt oder ob ein Stopp-Loss ganz dicht am Einstiegskurs gewählt werden kann. Dies ist insbesondere beim Scalping von Bedeutung, da hier in der Regel sehr enge Stop Loss verwendet werden.

 

Demokonto

Nahezu alle Forex Broker bieten ihren Kunden ein kostenloses Demokonto für den Einstieg in den Forex-Handel an. Hiermit wird einem die Möglichkeit gegeben die komplexen Regeln und Handelsstrategien anhand einer sich an realen Marktbedingungen orientierenden Simulation zu lernen und zu testen. Auf einem Demokonto wird ausschließlich virtuelles Geld zum Handeln eingesetzt.

 

Backtest

In der MetaTrader Handelssoftware besteht die Möglichkeit die Funktion eines Expert Advisor zu testen. Im sogenannten Strategietester kann man das Tradingverhalten eines EAs für jeden beliebigen Zeitraum simulieren und die Auswirkungen von Änderungen an einzelnen Handelsparametern analysieren. Hierfür müssen entsprechende historische Kurse verfügbar sein. Um möglichst aussagekräftige Backtests durchführen zu können, ist insbesondere die Qualität der historischen Kursdaten ist von großer Bedeutung. Zusätzlich muss man berücksichtigen, dass beim Backtesting der aktuelle Spread im Nachhinein nicht mehr verfügbar ist, da lediglich die historischen Bid-Preise für das Backtesting herangezogen werden. Hierdurch kann es zu Ergebnisabweichungen im Vergleich zu einem Live-Test kommen. Es bleibt also festzuhalten, dass auf Grundlage von Backtesting, nur eine Trendaussage hinsichtlich der zu erwartenden Performance eines einzelnen Expert Advisors getroffen werden kann. Es bietet sich daher an Expert Advisor im Zweifel immer auf einem Demokonto unter nahezu reellen Handelsbedingungen zu testen, um dadurch ihre zu erwartende Performance zu verifizieren.